Workshop zur Bebauung des Zuckerfabrikgeländes geplatzt – Hochhausbebauung wird von drei Fraktionen als unpassend empfunden

gemeinsame Presseerklärung von Fraktion Bündnis 90 | Die Grünen, CDU-Fraktion Bedburg, FDP-Stadtverband Bedburg

Die Stadt Bedburg hat am 10.05.2019, durch Bürgermeister Sascha Solbach, die Fraktionen des Rates zum Workshop „Weiterentwicklung des ehemaligen Zuckerfabrikgeländes“ eingeladen.

Bereits im Vorfeld hat die Veranstaltung und das Format Unmut ausgelöst, weil überraschend ein externer Moderator eingeschaltet worden war und auf eine offene Diskussion mit den Bürgern und Bürgerinnen verzichtet worden ist. Bündnis 90 / Die Grünen haben daher nach Erhalt der Einladung reagiert und an alle Workshopteilnehmer den Wunsch nach einer offenen und freien Diskussion geäußert. Auch die CDU und FDP sind der Meinung, dass ein Projekt dieser Größe in einem offenen Dialogprozess entwickelt werden muss.

So sieht die aktuelle Planung unter anderem die Errichtung eines 13- stöckigen Hochhauses, als Zentrum des neuen Stadtteiles, auf dem ehemaligen Zuckerfabrikgelände vor.

Bereits nach kurzer Diskussion über die Entwürfe des Architekten Prof. Kister, kristallisierte sich heraus, dass der Architekt und auch die Stadt Bedburg keinerlei Bereitschaft zeigte, die Höhe des Gebäudes aus städtebaulichen Gründen zur Disposition zu stellen.

Die Vertreter der CDU, der FDP und Bündnis 90/Die Grünen sehen ein Gebäude dieser Dimension für die städtische Struktur von Bedburg als nicht vertretbar an, weil es zu prägend und dominant aus dem vorhandenen Stadtbild herausragen würde.

Zudem erweisen sich Hochhäuser zunehmend als problematisch in wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Sicht. In direkter Nachbarschaft werden diese Schandflecken niedergelegt und beseitigt. Da leider unter den Projektverantwortlichen, trotz der eindeutigen Positionierung der drei Fraktionen im Vorfeld, keine Bereitschaft zu einer Änderung der aktuellen Pläne zu erkennen war, verließen die Vertreter der drei Fraktionen als logische Konsequenz die Veranstaltung.

„Der neue Stadtteil muss sich mit seinen Gebäuden sowohl nach Höhe und Ausdehnung am historischen Stadtbild orientieren. Ein Hochhaus dieser Größe in Bedburg ist für uns vollkommen indiskutabel.“ teilten die Vorsitzenden Andreas Becker, Willi Hoffmann und Jochen vom Berg mit.

Der neue Stadtteil sollte darüber hinaus mit der vorhandenen Bebauung in einem fließenden Übergang sein und die „künstliche Bildung“ eines neuen und weiteren Subzentrum unbedingt vermieden werden. In der Vergangenheit waren alle Bemühungen darauf gerichtet gewesen, das historische Stadtzentrum zu stärken. Dies würde durch die Realisierung der aktuellen Pläne massiv in Frage gestellt. Es ist mehr als bedauerlich, dass sowohl seitens des Architekten als auch der Verwaltung bzw. der SPD-und FWG-Fraktion keinerlei Bereitschaft zu erkennen war, sich konstruktiv mit den Bedenken auseinanderzusetzen.

Die Fraktionen der CDU, FDP und Bündnis90/Die Grünen werden sich nun auch um eine aktive Einbindung der Bevölkerung bemühen.

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