Antrag auf Erstellung einer Wohnbedarfsanalyse im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan Nr. 56 / Bedburg-Ehemalige Zuckerfabrik.

Sehr geehrter Herr Solbach,

neben einem belastungsfähigen Bodengutachten, erscheint der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen auch eine Wohnbedarfsanalyse als unerlässliche Voraussetzung dazu, ein solch gewaltiges Vorhaben, wie die Ansiedlung von mehr als dreitausend Menschen in einer Stadt von der Größe Bedburgs, verantwortungsvoll umzusetzen.

Begründung:

Bedburg ist eine sympathische Stadt, zentral gelegen zwischen den Großstädten Köln, Düsseldorf, Aachen und Mönchengladbach.

In den letzten etwa 30 Jahren gab es ein Bewusstsein dafür, dass die Alterspyramide sich umkehren und dass die Kinderzahl voraussichtlich rückläufig sein wird. Dies wurde unter dem Begriff ‚Demografischer Wandel‘ subsumiert. Folge davon war, u.a. auch in Bedburg, dass Überlegungen angestellt wurden, Grundschulen zusammenzuschließen. Erfreulicherweise hat sich dieser Trend inzwischen umgedreht. Die Stadt baut KiTa-Plätze aus und die vorhandenen Grundschulen sind ausgelastet. Wir weisen immer wieder neue Baugebiete aus und erkennen einen Bedarf an zusätzlichen Wohnungen.

Das Angebot an Arbeitsplätzen vor Ort ist eher gering. Bedburg ist eine Pendlerstadt im ländlichen Raum. Es gibt ringsum genügend andere Gemeinden und Städte, mit ähnlicher Struktur wie Bedburg, die aber zum Teil näher an den gen. Zentren liegen, was ihre Attraktivität erhöht.

Seit längerem erschließen wir ein größeres zusammenhängendes Neubaugebiet im sog. Sonnenfeld zwischen Kaster und Bedburg. Dazu kommt eine Klimasiedlung in Kaster. In Blerichen wird am Leitweg gerade ebenfalls ein neues Wohngebiet erschlossen. Nicht zu vergessen, die Neubausiedung neben dem Netto-Markt, gegenüber dem Bahnhof. Und es gibt noch weitere Optionen zur Ansiedlung von Neubürgern.

Trotz der Vielzahl an neuen Bebauungsplänen ist die Stadtverwaltung nicht in der Lage, mit Bestimmtheit zu sagen, wie groß der Wohnbedarf für Bedburg in naher und weiterer Zukunft sein soll oder sein kann. So kann in Bezug auf die aktuelle Beplanung des Zuckerfabrikgeländes nicht durch ein Gutachten belegt werden, dass es tatsächlich über die genannten Erschließungen hinaus einen weiteren Bedarf für 3000 Menschen gibt.

In anderen Städten sichert man sich vor drohenden Leerständen dadurch ab, dass man eine Wohnbedarfsanalyse erstellen lässt, die entsprechende Tendenzen aufzeigen kann.

Damit wir uns auch in Bedburg nicht in ein unabwägbares Abenteuer stürzen, erbittet die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen Sie, Herr Bürgermeister, im Interesse der Stadt, eine solche Wohnbedarfsanalyse in Auftrag zu geben und diese im Rahmen des Beteiligungsverfahrens zum Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 56, vorzulegen.

Mit freundlichen Grüßen

Jochen vom Berg Fraktionsvorsitzender
Janina Pier-Sekul Stadträtin

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