Katastrophenschutzplan sowie Sicherstellung und Gewährleistung der rechtzeitigen Verteilung von Kaliumiodid-Tabletten an die Bedburger Bevölkerung nach einer nuklearen Katastrophe

Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Rat der Stadt Bedburg:
Katastrophenschutzplan sowie Sicherstellung und Gewährleistung der rechtzeitigen
Verteilung von Kaliumiodid-Tabletten an die Bedburger Bevölkerung
nach einer nuklearen Katastrophe

05.02.16

Sehr geehrter Herr Solbach,


ergänzend zu unserem Antrag „Unterstützung der StädteRegion Aachen gegen den Betrieb der Atomkraftwerke Tihange und Doel“ bitten wir Sie mit diesem vorliegenden Antrag, sich mit den Folgen einer möglichen nuklearen Katastrophe für die Bedburger Bevölkerung auseinanderzusetzen:

Welche Direktmaßnahmen sieht in diesem Zusammenhang die Stadt Bedburg zum Schutze ihrer Bevölkerung für den Fall eines nuklearen Fallouts vor?

1. Ist zum Beispiel gewährleistet, dass jede Person auf unserem Stadtgebiet über Jodtabletten verfügen kann, die sie drei Stunden vor dem Kontakt mit radioaktivem Jod zum Schutz ihrer Schilddrüse vor Krebs einnehmen muss, damit die Kaliumiodid-Tabletten überhaupt wirken können?
2. Ist sichergestellt, dass Kindergarten- und Schulkinder angemessen geschützt (zum Beispiel durch Atemmasken, Einmalanzüge und Schutzbrillen), im Falle eines Nuklearunfalls in Tihange, schnell und sicher nach Hause kommen können?
3. Gibt es einen Notfallplan dazu, wie zum Einen die Information über einen Nuklearunfallalle auf dem Stadtgebiet lebenden Menschen erreicht und wie zum Anderen eine geordnete Evakuierung der Bevölkerung durchgeführt werden kann?

Kommt es im belgischen Tihange zu einem „GAU“, dann müssen alle Menschen, die innerhalb von 100 km Luftlinie zum Unfallort leben, über Jodtabletten verfügen. Dazu gehört zweifelsfrei auch die Stadt Bedburg. Die Dosis dieser Tabletten ist alters- und gesundheitsabhängig. Darüber müssen die Menschen vor einer Katastrophe aufgeklärt worden sein. Da die Einnahme der Jodtabletten nur dann vor Krebs schützt, wenn sie drei Stunden vor Aufnahme der radioaktiven Belastung eingenommen werden und da es überhaupt keine Erfahrungswerte zur Verteilungslogistik in so einem Krisenfall gibt, fordert die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen die Stadt Bedburg auf,
- entsprechende Kaliumiodid-Tabletten vorsorglich an die Bedburger Haushalte zu verteilen,
- sich mit dem Rhein-Erftkreis über einen allumfassenden Katastrophenplan zu verständigen
- und die Bevölkerung umgehend über alle Katastrophenschutzmaßnahmen zu informieren.

Jochen vom Berg Janina Pier-Sekul
Fraktionsvorsitzender Stadträtin

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